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Westbam (Bass Planet, Berlin)

Westbam (Bass Planet, Berlin)

Maximilian Lenz a.k.a. Westbam ist ein deutscher Electronica-DJ/-Producer und Autor, der als Techno-Pionier und einer der einflussreichsten Vertreter seines Genres in die Geschichte der Popkultur einging. Er schuf zahlreiche Klassiker, u.a. "Monkey Say, Monkey Do", Beatbox Rocker", "Sonic Empire" "Old School, Baby" und "You Need The Drugs" und  kollaborierte mit so unterschiedlichen Künstlern wie Nena, Kayne West, Iggy Pop, Afrika Bambaataa, Brian Molko (Placebo) und Bernard Sumners (New Order). Mit der Mayday begründete er einen stilprägenden Rave, der Generationen von Veranstaltern weltweit inspirierte. Als einer der wichtigsten Protagonisten der Loveparade spielte er auf allen Paraden und schrieb ihre Anthems persönlich. Sein Low Spirit-Label prägte den Soundtrack der Neunziger wie kein ein anderes Imprint. Westbam droppte zehn Alben, darunter das monumentale "Götterstraße".

Geboren 1965 in Münster, ließ sich Lenz von seiner Heimat (Westfalen) und seinem musikalischem Vorbild, Afrika Bambaataa, zu seinem Namen inspirieren. Seine ersten DJ-Sets performte er 1983, wobei er der erste deutsche DJ war, der die Platten mixte und den DJ als Musiker positionierte, was er ein Jahr später in seinem vielzitierten Aufsatz "Was ist Record Art?" auch theoretisch begründete. Als einziger Deutscher, der auf die legendären UK-Acid-Festivals gebucht wurde, sprach sich Westbams Name schnell herum - sogar bis in die Höhen der Kulturpolitiker, die ihn 1988 als offiziellen Gesandten auf die Olympischen Spiele nach Seoul schickten. Ein Jahr später folgte sein Debütalbum "The Cabinet". 1991 organisierte Westbam die erste Mayday, damals noch in Berlin, die sich später, nach dem Umzug nach Dortmund, zu einem stilprägenden Rave entwickelte. Während der Hype im Verlauf der 90er weiter eskalierte, begründete er unter anderen das Projekt Mr. X & Mr. Y (mit Afrika Islam), veröffentlichte mit Rainald Goetz ("Rave") das Buch "Mixes, Cuts & Sratches" und etablierte mit Electric Kingdom das erste Label, das den neuartigen Technoelectro prägte.

Als die Rave-Bewegung Anfang der nuller Jahre durch neue Methoden der Kommerzialisierung ihren Zenit überschritten hatte, fokussierte sich Westbam auf alternativere Performances - u.a. spielte er sein 2005 veröffentlichtes Album "Do You Believe In The Westworld" live mit Band. 2010 folgte sein Dreifach-Album "A Love Story - 89-10". Seinen Auftritt bei der Loveparade, die im selben Jahr in Duisburg durch eine Massenpanik 21 Todesopfer forderte, sagte er ab und übte scharfe Kritik an den Veranstaltern. 2013 meldete er sich mit dem Album "Götterstraße" zurück. Das Werk, das Ikonen wie Iggy Pop, Kayne West und Inga Humpe featured, spannt einen weiten Bogen durch Westbams musikalisches Universum und zementiert seinen Ruf als einer der größten Künstler seiner Zeit.

Westbam@moondoo: 2013

© moondoo 2013


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